Fr. 04.12.09 : SUBOTRON electric MEETING : Computerspiele im urbanen Raum

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Freitag 04.Dezember 09, 19:00

Veranstaltungsreihe zur Theorie von Computerspielen 2009
im Museumsquartier / quartier 21 / Raum D, 1070 Wien

Die Vorträge finden im Raum D, dem Veranstaltungsraum des Quartiers für Digitale Kultur (QDK) am Ende der Electric Avenue statt.

Eintritt frei !
 

COMPUTERSPIELE IM URBANEN RAUM - MEDIENÄSTHETISCHE DIMENSIONEN VON KÖRPER- UND SINNLICHKEIT IN REAL-VIRTUELLEN ZWISCHENRÄUMEN

Dr. Natascha Adamowsky (Humboldt-Universität Berlin)
Lehrstuhl für Kulturwissenschaft mit besonderer Berücksichtigung von Spieltheorien und der Kultur- und Mediengeschichte des Spiels

In dem geplanten Beitrag geht es um die Frage nach dem strukturellen Verhältnis von Medialität und kulturellen Wahrnehmungs- und Erfahrungsdimensionen. Mein Beispiel sind medienkulturelle Umgangsweisen mit neuer mobiler, vernetzter Computertechnologie, die ein heterogenes Untersuchungsgebiet im Spannungsfeld von Medien- und Computertechnik, Spieldesign, Medienkunst und Populärkultur eröffnen. Mein Anliegen zielt weniger darauf, diese Bereiche getrennt zu halten, als in einer Kombination aus kultur- und medienwissenschaftlichen Perspektiven ihren wechselseitigen Beeinflussungen und Symbiosen nachzugehen.
Meine Aufmerksamkeit wird sich insbesondere auf Strategien des Umgangs mit elektronisch gestützten Sicherheitsdispositiven richten, die in bemerkenswerter Weise Omnipräsenz und Totalität einfordern. Ein paradigmatisches Modell bieten avancierte Technikarrangements, in denen digitale und reale Welt zu einer einzigen augmented reality verschmelzen.

Anstelle eines Verlusts von Realität an die Simulationswelten des Cyberspace, wie noch vor zehn Jahren befürchtet, richtet sich nun das Virtuelle – so die Vision - in Form miniaturisierter vernetzter Computerein¬heiten und unsichtbarer Interfaces in unser aller Leben ein.
Bislang wurde diese Entwicklung – jenseits militärischer, ökonomischer und ingenieurswissenschaftlicher Interessen - hauptsächlich unter den Aspekten von Überwachung und Datenschutz diskutiert. Jüngste Entwicklungen im Feld digitaler Kultur hingegen zeigen spielerische wie künstlerisch-ästhetische Ansätze, sog. network based performances, in denen die neue Technik Gegenstand subversiven wie affirmativen Experimentierens ist.

 
 
Kurzbiographie

• Studium an der Hochschule der Künste Berlin
• 1995-98 Mitglied im Graduiertenkolleg Intermedialität der Universität Siegen
• 1998 Promotion am Fachbereich Allgemeine Literaturwissenschaft / Medienwissenschaft der Universität Siegen mit dem Thema Spielfiguren in virtuellen Welten
• 1998-99 Postdoktorandin am Graduiertenkolleg Infrastrukturen für den elektronischen Markt an der Technischen Universität Darmstadt
• 1999-2002 wissenschaftliche Assistentin bei Prof. Hartmut Böhme am Kulturwissenschaftlichen Seminar der Humboldt Universität zu Berlin
• seit November 2002 Juniorprofessorin für Spieltheorie und Medienkultur.

 

Die Veranstaltungsreihe wird durch die Kulturabteilung der Stadt Wien und die Bundesstelle für die Positivprädikarisierung von Computer- und Konsolenspielen (BUPP) gefördert.

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